Text von Anna-Lisa Bexten,

hebammen-salzburg.at

Unser Beckenboden leistet Großartiges

Nicht sichtbar, präsent wie ein aufgepumpter Bizeps, sondern im Verborgenen, mehrschichtig und komplex steht unser Beckenboden im Zusammenhang mit der Atmung, dem Zwerchfell, der Rücken- und Bauchmuskulatur.

Der Beckenboden balanciert sozusagen den darüberliegenden Körper, das Becken, die inneren Organe und die Wirbelsäule. Eine korrekte Körperhaltung und bewusste Atmung sind damit die ersten Schritte, um die Aufgaben des Beckenbodens zu unterstützen. Wir schenken unserem Beckenboden oft zu wenig Aufmerksamkeit, obwohl er in unserem Alltag so wichtige Funktionen übernimmt: Halten, Stabilisieren, Kontinenz, erfüllte Sexualität und Empfindung.

Als „Sitz der Emotionen“ wir er oft bezeichnet, daher kann auch das Gefühl kommen, mal keine gute Stabilität oder Kraft in der körperlichen Mitte zu haben, wenn man emotional wankt. Andersherum können Beckenbodenübungen nicht nur eine körperliche, sondern auch emotional Stabilität geben.

Emotionen und Hormone haben einen großen Einfluss auf den Beckenboden, lassen ihn weicher/offen werden oder stark und haltend. Der Beckenboden, ob männlich oder weiblich, ob schwanger oder nicht, ein relevantes Thema in jeder Lebensphase. Viele Frauen stoßen erst in der Schwangerschaft auf dieses Thema. Zum Beckenbodentraining in der Schwangerschaft kursieren leider immernoch viele Fehlinformationen z.B. dass man besser in der Schwangerschaft keine Übungen macht, da sonst die Geburt schwerer wird oder dass man nach einem Kaiserschnitt keine Rückbildungsgymnastik braucht.

Nach aktueller Studienlage ist das klar widerlegt. Beckenbodenübungen können zu jedem Zeitpunkt einer unkomplizierten Schwangerschaft gemacht werden. Aus Hebammensicht lohnt es sich immer, sich mit dem Beckenboden zu beschäftigen, da er ein so wichtiger Begleiter im Alltag ist. Wer ein gutes Gespür für den Beckenboden hat, bewusst anspannen und loslassen kann, kann bei der Geburt oft bewusster locker lassen und sich im wahrsten Sinne des Wortes öffnen bzw. kann die Funktionen des Beckenbodens aktiv unterstützen.Nach einer Schwangerschaft hilft ein Rückbildungskurs um den Beckenboden wieder zu kräftigen und unter Einbeziehung der Bauch- und Rückenmuskulatur wieder eine stabile Körpermitte zu schaffen, damit die junge Mutter den Alltagsanforderungn mit dem Kind gerecht werden kann. Außerdem hilft die Rückbildungsgymnastik zu einem positiven Körpergefühl nach der Schwangerschaft zurückzufinden.

Bei einer Beckenbodenschwäche kann einen gezielte physiotherapeutische Therapie hilfreich sein, um die volle Funktion und Kraft des Beckenbodens wiederzuerlangen. Hierzu können Hebammen oder Gynäkolog*innen Empfehlungen aussprechen zu spezialisierten Physiotherapeut*innen. Es gibt Sportarten, die den Beckenboden sehr belasten, wie z.B. Joggen oder alles was mit hüpfen und starken Stößen verbunden ist. Das sollte bei einer Beckenbodenschwäche oder in der Schwangerschaft vermieden werden.

Sehr sanft, stärkend und ausgleichend für den Beckenboden sind hingegen Yoga und Pilates.Für jede Lebenslage oder Lebensphase gibt es den richigen Kurs um sich und seinem Körper, je nach Trainingslevel, etwas Gutes zu tun, seine Balance und seine innere Körpermitte zu stärken.Ich kann jede*n nur ermutigen mehr für den Beckenboden zu tun: Es lohnt sich!

Erfahre mehr über den Beckenboden und andere wichtige Themen um die Schwangerschaft bei der Vortrag-Reihe:

Mo 26.9. 16-17:30 Beckenboden in der Schwangerschaft mit Anna-Lisa Bexten
Mo 3.10. 16-17:30 Vorbereitung in den letzten Wochen der Schwangerschaft mit Jasmin Keil
Mo 10.10. 16-17:30 Die Geburt mit Gertraud Riccabona
Mo 17.10. 16-17:30 Atmung, Bewegung, Massage während der Geburt mit Jacqueline Klingler
Mo 24.10.16-17:30 Das Wochenbett mit Ivonne Teufl
Mo 31.10. 16-17:30 Stillen mit Angela Virk

Jeweils, 16.00-17.30. Anmeldung über hebammen-salzburg.at

Oder nimm Teil an einer von unseren speziellen Kursen für Schwangere:

Dienstags, 9.00h

Mittwochs, 17.45h &

Donnerstags, 16.00h