Kinderyoga in Salzburg

Ist Kinderyoga mehr als nur ein Spiel auf der Matte? Wie können Kinder von dieser uralten Praxis profitieren? Elisabeth Bruzek, erfahrene Kinderyoga-Lehrerin, erklärt. 

Elisabeth ist selbst Mutter, eine engagierte Yoga-Praktizierende und ein Energiebündel mit einem Faible für die Arbeit mit Kindern. Ihre Herangehensweise an Yoga ist ganzheitlich und ihre Werkzeuge vielfältig. Sie unterrichtet in Kindergärten und Schulen und organisiert Kurse und „Sommercamps“ mit Kindern und Teenagern. Alle ihre Kurse vereinen Meditation, Visualisierung, Mudra und Asana auf spielerische und kreative Weise und schaffen einen sicheren Raum, in dem jedes Kind seinen Körper und seinen Atem entdecken und die Auswirkungen dieser Praktiken auf seinen Geist erfahren kann. Elisabeths Angebote sind umfangreich und vielfältig. Alle detallierte Informationen zu ihren Kursen stehen auf ihrer Webseite: https://www.sonnenzeit.yoga/ Dienstags, unterrichtet sie bei mir im Studio.

Was ist Kinderyoga?

Yoga für Kinder funktioniert im Grunde wie Yoga für Erwachsene. Wir lernen unseren Atem kennen, wir üben den Sonnengruß, verschiedene Methoden zur Entspannung und natürlich Yoga-Positionen. Die Asanas sind die gleichen, die wir aus dem klassischen Hatha Yoga kennen, aber oft heißen sie anders: so ist der Krieger I im Kinderyoga das Einhorn, oder Trikonasana die Giraffe. Wichtig ist, dass wir spielerisch und altersgerecht lernen und üben, was auch bedeutet, dass bestimmte Atemtechniken (z. B. Atem anhalten) und Yoga-Positionen (z. B. der Kopfstand) mit kleinen Kindern nicht praktiziert werden. 

Du arbeitest auch mit Erwachsenen und Teenies. Was ist besonders bei der Arbeit mit Kindern?

Das Besondere an der Arbeit mit Kindern ist, dass ich ihnen Yoga nicht erklären muss – sie sind Yoga. Ein Kind weiß, wie eine Katze aussieht, wenn sie einen Buckel macht. Ein Kind spürt, dass eine Vorbeuge eine andere Wirkung hat als eine Standstellung. Yoga mit Kindern lässt sich darüber hinaus besonders gut in der Gruppe erleben. Das gemeinsame Bewegen mit anderen Kindern ist enorm wichtig, denn Kinder lernen am besten von anderen Kindern und brauchen besonders nach den letzten Monaten das Gefühl einer wertschätzenden Gemeinschaft.

Warum liebst du es, Yoga an Kinder zu vermitteln?

Yoga an Kinder zu vermitteln ist für mich so wertvoll, weil Yoga so viel mehr ist, als die Yoga-Position, die wir auf der Matte üben. Yoga bringt uns in Kontakt mit unseren Gefühlen und kann uns Werkzeuge liefern, mit diesen umzugehen. Wenn ich Angst vor der Schule haben, kann ich im Yoga mein Krafttier kennenlernen oder mit einem Mudra meine Zauberkräfte aktivieren. Wenn ich schüchtern bin, kann ich mich im Yoga in einen mutigen Löwen verwandeln und diese Erfahrung mit in meinen Alltag nehmen. Unserer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt – und diese Stärke nutzten wir im Yoga. Außerdem können wir mit Yoga Werte wie Achtsamkeit, Selbstliebe und Respekt vor anderen lernen. Zu sehen, wie einfach und schnell Kinder in die Welt der Entspannung eintauchen und diese stillen Momente genießen können – dafür bin ich besonders dankbar.

Mit welchen Vorurteilen in Bezug auf Kinderyoga bist du immer wieder konfrontiert?

Das klassische Vorurteil, dem ich immer wieder begegne, ist, dass Yoga nur für Mädchen und nicht für Burschen interessant ist, weil Yoga körperlich nicht so anstrengend sei. Ich glaube, hier gilt bei den Kindern wie bei den Erwachsenen: ausprobieren hilft. Spannend ist auch, dass viele Erwachsene, die Yoga üben, überrascht sind, wie bewegt, wie lustig und laut Yoga mit Kindern sein kann – wenn wir etwa den brüllenden Löwen üben.

Ist Kinderyoga für alle Kinder geeignet?

Ja, absolut. Ich arbeite mit Kindern ab 4 Jahren und durfte auch schon mit Kindern mit unterschiedlichen „Einschränkungen“ arbeiten. Wir üben Yoga zwar gemeinsam, aber trotzdem ist jeder für sich auf seiner Matte. Im Yoga brauchen wir keinen Vergleich, weil auch wir selbst uns nicht jeden Tag gleich fühlen. Wir praktizieren Yoga im Rahmen unserer eigenen Möglichkeiten und werden vielleicht sogar überrascht sein, welche Fähigkeiten in den anderen stecken.

Welche besonderen Qualitäten hast du dir als Kinderyoga-Lehrerin für die Arbeit mit den Kids aneignen müssen?

Das Entscheidende ist die Freude an der Bewegung und am Sein mit Kindern und die Offenheit, sich ihren Themen, Wünschen und Fragen zu stellen. Auch Kreativität und Spontanität sind gefragt: Du kannst eine tolle Stunde vorbereitet haben und plötzlich beginnt es zu schneien. Dann wirf dein Konzept über den Haufen und lass die Kinder rausfinden, wie ein Yoga-Schneemann aussehen könnte, wie sich dein Atem auf deinen kalten Fingern anfühlt oder warum jede Schneeflocke einzigartig ist.

Wie schaut eine Kinderyoga-Einheit mit dir aus? 

Wir beginnen immer mit einer kurzen Runde, in der jedes Kind – wenn es das möchte – kurz spricht und die Aufmerksamkeit der anderen Kinder bekommt – ganz nebenbei schulen wir damit das aktive Zuhören und das Reden vor einer Gruppe. Danach üben wir den Sonnengruß und lernen neue Asanas kennen oder wiederholen bereits bekannte Yoga-Positionen und Atemtechniken. Jede Stunde hat ein Thema, das von den Festen und anderen Fixpunkten im Jahreskreis über „Die Tierwelt in Afrika“ bis hin zu Gefühlen oder „Unsere Zauberkräfte“ reichen kann. Die Stunde endet immer mit einer Entspannung – einer Fantasiereise, einer Massage oder einem Savasana mit Musik. Im Kindergartenalter dauern die Einheiten 45 Minuten – ab dem Volksschulalter 60 Minuten.

Elisabeth Bruzek unterrichtet Yoga für Kinder, Teens und Erwachsene in Salzburg Stadt und organisiert Sommer-Camps. Als Ergänzung zu ihrem Angebot bietet sie auch Yoga-Coaching für Kinder & Jugendlich–

 https://www.sonnenzeit.yoga/

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